Bürgerverein Waldstraßenviertel e.V.
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*  20.5.1849 Jena
U 15.1.1918 Leipzig
 
 
 
 
 
 
Georg Bötticher

Georg BötticherGeorg Bötticher kam als Sohn eines Pfarrers am 20. Mai 1849 zur Welt. Er kam als Siebenjähriger mit den Eltern nach Dresden. Mit 14 Jahren trat Bötticher ins Dresdener Polytechnikum für Musterzeichnen ein, besuchte die Chemnitzer Webschule und arbeitete in einer Web­waren­fabrik. 1869 zog es ihn nach Paris in ein Atelier für gewerbliche Kunst. Mit Ausbruch des deutsch-französischen Krieges kehrte Georg Bötticher nach Deutschland zurück und lebte in Dresden, Mannheim und Jena. 1875 dann in Wurzen (Ringelnatz' Geburtsort), schließlich in Leipzig. Georg Bötticher veröffentlichte Fachbücher, konzentrierte sich später auf literarische Arbeiten. Er war mit Detlev von Liliencron befreundet und stand mit Fontane, Raabe und Freytag in Briefwechsel.

 
Familie BötticherBei Familie Bötticher am Kaffeetisch: Links mit Hut der kleine Hans Bötticher (später der große Joachim Ringelnatz), neben ihm die Schwester, in der Mitte Vater Georg und rechts die Mutter.
 

Gedenktafel am Alten Rathaus Leipzig„Als ich einmal 1928 mit Ringelnatz an der Rückfront des Leipziger Alten Rathauses vorüberging, unterbrach er sich und sagte: Bitte grüßen Sie nach rechts. Er war keinem Bekannten begegnet, wie ich angenommen hatte, sondern zog den Hut vor der Plakette seines Vaters. Jedesmal, wenn er dort vorüberkomme, tue er das, setzte er hinzu.“

(Herbert Günther, rororo-Monographie Ringelnatz)

Sächsisches Sonett von Georg Bötticher

Dass Geehde Leibzg ä Kleen-Baris genannd hat,
(Dass Goethe Leipzig ein Klein-Paris genannt hat)
Das will un will mr ganz un gar nich bassen.
Entschuldgen gann sichs heechstens damit lassen,
Daß Geehde ähm das Ding nur halb gegannd hat.

Denn das sagt wohl ä jeder, der Verstand hat
Un je de imbosanden Menschenmassen
Sich drängeln sah in Leipzigs breiden Gassen:
Das is ä Rummel, der de Fuß un Hand hat!

In den Gewärge gehts um Gobb un Gragen,
Da leefste nich etwa - de wärscht gedragen -
Das steeßt un schiebt un schreit un querlt un treibt sich!

Das genn se in Baris nich besser gennen!
Drum, meen ich, richtger wärsch, Baris zu nennen:
“Ä ganz klee bisschen umfangreichres Leibzig!”

 
 
Bötticher
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