Gründer.Zeit.Geist.
1871 - Leipzig wird Großstadt
Willkomen zu unseren Gründerzeitwochen mit der Ausstellung "1870/71 - Leipzig wird Großstadt“.
Ein informatives, anregendes Rahmenprogramm wird zusätzlich auf diese Zeit neugierig machen und Ihnen die Möglichkeit bieten, die Ausstellung jede Woche neu zu erleben.
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Mittwoch,
9. November 2011:
Frank Britsche:
Sternstunde der Festkultur. Schillerverehrung im Kaiserreich
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In der Festkultur des Deutschen Kaiserreichs ragen die Feiern zu Ehren Friedrich Schillers heraus. Die Deutschen interpretierten ihren Lieblingsdichter weniger literarisch, sondern nutzten einzelne Passagen für soziale und politische Zwecke. In Leipzig wurde seit 1840 alljährlich das Andenken an Schiller durch den Schillerverein gepflegt. Mit zunehmendem Wachstum der Stadt fanden immer größere Kreise Interesse daran, und so wurde der Dichter zum 100. Todestag von unterschiedlichen Gruppen der Einwohnerschaft auf geradezu kultische Weise verehrt. Welche Motive hatten die Zeitgenossen, sich an den Klassiker zu erinnern?
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Dienstag,
15. November 2011:
Bernd Sikora:
Wasserspuren.
Der Elstermühlgraben
und die Angermühle
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Die Ranstädter Vorstadt war wie keine andere Leipziger Vorstadt vom Wasser geprägt. Der Vortrag wird daran erinnern und über die verschiedenen Formen der traditionellen Wassernutzung und das historische Gewässernetz berichten. Im Mittelpunkt steht dabei die multifunktionale Angermühle, die über Jahrhunderte den Ort prägte. Sie wurde erst mit der Überwölbung des Elstermühlgrabens im Jahr 1878 aufgegeben und im Jahr darauf abgebrochen. Da weitere einschneidende Veränderungen und städtebauliche Überformungen folgten, lohnt es, den vielfältigen Wasserspuren im Viertel einmal nachzugehen.
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Mittwoch,
23. November 2011:
Dr. Thomas Nabert:
Gründerzeit Epoche
oder Episode der
Geschichte?
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Hinter dem Begriff »Gründerzeit« verbirgt sich mehr als Fassadendekoration und wirtschaftlicher Aufstieg nach 1870/71. Die Gründerzeit einsetzend nach der bürgerlichen Revolution von 1848 und endend vor der Wende zum 20. Jahrhundert ist der Aufbruch der Bürgerlichkeit schlechthin. Leipzig ist die Stadt in Deutschland, die wie keine andere diesen Aufbruch verkörpert, und das Waldstraßenviertel ist geradezu ein Paradebeispiel zur Illustration dieser Geschichte.
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Mittwoch, 30. November 2011:
Dr. Anett Müller:
»Ueberall sind Aenderungen und Neuerungen nöthig ...«. Die Leipziger Stadtverwaltung im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts
Um 1800 trug der Leipziger Rat die Verantwortung für das kommunale Wohlergehen von rund 30 000 Einwohnern, 1905 von etwa 500 000. Junge Großstädte wie Leipzig sahen sich im Zuge der Industrialisierung und Urbanisierung mit immensen Herausforderungen konfrontiert. Die Verwaltung musste den Strukturwandel der Gesellschaft bewältigen und neuartige soziale, infrastrukturelle und städtebauliche Aufgaben lösen. Wie sie dies tat und dabei ihre Konzeption der Verwaltungsaufgaben und -organisation grundlegend veränderte, soll im Mittelpunkt des Vortrags stehen.
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Mittwoch, 7. Dezember 2011:
Thomas Krakow:
Die Heimkehr des verlorenen Sohnes.
Richard Wagner und Leipzig 18621878
Das Verhältnis zwischen Richard Wagner und seiner Vaterstadt Leipzig war nie konfliktfrei. Am Theater wurde 1833/34 die Uraufführung seiner ersten Oper Die Feen vereitelt, und später als andernorts kam 1853 mit dem Tannhäuser ein Musikdrama auf eine Leipziger Bühne. Nach dem revolutionsbedingt erzwungenen Exil kehrte Wagner 1862 erstmals nach Sachsen und Leipzig zurück, ohne hier wieder heimisch zu werden. »Heil Leipzig, meiner Vaterstadt ...« war sein Ruf, als Angelo Neumann 1878 am Neuen Theater zu Leipzig seinen in Bayreuth eingemotteten »Ring des Nibelungen« zum Welterfolg führte. Wagner war emotional nach Leipzig heimgekehrt.
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Mittwoch, 18. Januar 2012:
+++: »Dampf gemacht«.
Dampfmaschine und Eisenbahn in Leipzigs Gründerzeit
Mit einer 8-PS-Dampfmaschine begann 1830 in Leipzig das Industriezeitalter. Zur gleichen Zeit entwickelte sich die Stadt zum mitteldeutschen Knotenpunkt des Eisenbahnverkehrs, denn 1833 initiierte Friedrich List den Bau der ersten deutschen Ferneisenbahn von Leipzig nach Dresden. Die benötigte Dampflokomotive baute der Dresdner Ingenieur Andreas Schubert. Er lieferte auch dem Leipziger Wirtschaftspionier Carl Heine drei Dampfschiffe, die dieser auf dem Elster-Saale-Kanal einsetzte. In den vielen neuen Fabriken sorgten Dampfmaschinen für Energie, und nach 1871 entwickelte sich die Stadt zu einem der wichtigsten deutschen Industriezentren.
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Mittwoch, 25. Januar 2012:
Dr. Peter Leonhardt, +++:
Die Markthalle in Leipzig.
Geschichte und Zukunftschancen
Eine Aufgabe der gründerzeitlichen Großstadt war die Versorgung der Einwohnerschaft mit frischen Lebensmitteln. Diesem Zweck diente auch die nach Plänen von Hugo Licht 1889 bis 1891 erbaute Leipziger Markthalle, die in ihrer einzigartigen Konstruktion beispielgebend für weitere Bauten dieser Art in Europa war. Im Erdgeschoss boten Lebensmittelhändler ihre Waren an, während auf der Galerie Holz-, Korb-, Seiler- und Böttcherwaren zu kaufen waren. Die Halle wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und später abgetragen. Aber nicht nur die eindrucksvolle Geschichte, sondern auch die Pläne zum Neubau einer Markthalle und der aktuelle Stand der Dinge kommen zur Sprache.
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Mittwoch, 1. Februar 2012:
Steffen-Peter Müller:
Die Architektur des Reichsgerichtsgebäudes
Am 31. Oktober 1888 feierte Leipzig die Grundsteinlegung des Reichsgerichtsgebäudes; sieben Jahre später war der Monumentalbau vollendet. Im Zweiten Weltkrieg beschädigt, wurde das Bauwerk in den 1950er Jahren wieder aufgebaut, manch Bedeutsames rekonstruiert, auf manches bewusst verzichtet und anderes hinzugefügt. Weitgehend unbeachtet blieb über alle Zeiten der baukünstlerische Anspruch. Der Architekt Ludwig Hoffmann sah sich dem Ideal des Gesamtkunstwerks verpflichtet und ließ sich in Italien inspirieren. Der Vortrag zeigt Planungsvarianten auf und führt kenntnisreich durch die Baugeschichte des Reichsgerichtsgebäudes.
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Mittwoch, 15. Februar 2012:
Wolf-Dietrich Speck von Sternburg:
Max Klinger zu Besuch in Lützschena
Im 19. Jahrhundert spielten Literatur und bildende Künste für das Selbstverständnis des (modernen) Wirtschafts- und Bildungsbürgertums als Teil seiner Kultur eine ganz neue Rolle. Auch Leipzig hatte seine Sammler und Kunstmäzene. Erhaltene Gästebucheintragungen zeigen, dass der Maler Max Klinger gern mit Freunden nach Lützschena kam. Dort führte ihn Alexander Speck von Sternburg, Urgroßvater des Referenten, mit Stolz durch seine Kunstsammlungen. So wanderten sie am 13. September 1906 durch den herbstlich gefärbten Schlosspark und diskutierten über Kunst.
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Mittwoch, 29. Februar 2012:
Ulla Heise:
»Prinz Pückler in der Funkenburg«.
Geschichten vom Gastgewerbe im Waldstraßenviertel
Prinz Pückler und Falscher Hase im Waldstraßenviertel? Nicht auf der Straße, sondern auf der Speisekarte der alten Funkenburg. Ulla Heise, Deutschlands bekannteste Spezialistin für die Geschichte von Kaffee und Kaffeehaus, plaudert aus der Geschichte des Gastgewerbes im Leipziger Westen und Norden. Wo man hinging, was es zu Essen gab, wer wen wann wo traf. Unterhaltsames von Wirtinnen, Wirten und ihren Gästen.